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Besonderheiten und Tipps für die Laichzeit

Wenn genügend laichreife Koiweibchen und passende Männchen im Teich vorhanden sind, kommt es bei guten Temperaturen (über ca. 22/24° Wassertemperatur)  in Mai/Juni oft zum Ablaichen der Koi. (Auch spätere Ablaichtermine sind möglich.)

Die Freude darüber wird meist schnell getrübt, wenn man erleben muss, dass die Koi dann völlig außer Rand und Band geraten. Sie verausgaben sich völlig, können aus dem Teich herausspringen. Sehr häufig fügen Sie sich dabei Verletzungen aller Art zu und verwüsten etwa vorhandene Pflanzen.
Auch die entstehenden Gerüche sind nicht jedermanns Sache.
Bevorzugt wird in flacheren Randbereichen gelaicht - möglichst in Pflanzen oder sogen. Laichbürsten. Die Laichbürsten sollten etwas schräg bis waagerecht angeordnet werden, nicht senkrecht herunterhängen. Die Laicherei kann sich über Tage hinziehen und mehrfach alle paar Wochen wiederholen. Es werden auch immer ein paar winzige Koi ausschlüpfen, trotzdem die laichenden und nichtlaichenden Koi sofort mit eifrigen Absammeln des offenbar äußerst schmackhaften Laiches beginnen.

Auch wenn es Spaß macht, ein paar Jungfische großzuziehen, man sollte soweit irgend möglich, den Laich aus dem Teich entfernen - es bleibt immer noch genug für ein paar Jungfischchen übrig. Absterbender Laich und das Sperma der Männchen belasten in hohem Maß das Teichwasser. Es wird so gut wie immer der Filter total überfordert, die Nitritwerte steigen sprunghaft an.

Nach dem Ablaichen liegen die Fische häufig erschöpft auf dem Boden.

Auf keinen Fall darf nun noch gefüttert werden, die Fütterung ist mehrere Tage auszusetzen. Häufige Teilwasserwechsel helfen die Eiweißabbauprodukte aus dem Teich zu entfernen. Sehr hilfreich ist in dieser besonderen Situation auch ein Eiweißabschäumer.
Den Filter kann man mit geeigneten Teichbakterien unterstützen. Tägliches Messen der Nitritwerte ist sinnvoll, damit man beurteilen kann, wann der Filter wieder auf Leistung kommt. Erst dann, und wenn die Koi wieder normal nach Futter suchen, darf vorsichtig in kleinen Gaben wieder gefüttert werden. Vorzugsweise mit nicht zu eiweißreichen, leichten Futtersorten - z.B. Atama protect und/oder Missimur Protect, ggf. auch FD Food Build Up Extra.

Die Koi ziehen sich wegen ihres ungestümen Verhaltens häufig Verletzungen zu. Diese verheilen meist zügig, besonders bei jüngeren Koi - sofern die Wasserqualität in Ordnung ist - Parasiten- und Bakteriendruck nicht zu hoch sind. Häufig entstehen auch fleckige Aufhellungen bevorzugt im Rot des Kopfbereiches von Kohakus, diese verwachsen sich mit der Zeit wieder, können aber manchmal sehr hartnäckig sein.
Bewährt hat sich dabei der Einsatz von Milchsäureprodukten zur Unterstützung der Wundheilung und Kontrolle des Bakteriendruckes.

Um den Verletzungen im Randbereich des Teiches etwas vorzubeugen, hat es sich bewährt ein nicht zu kleines Bündel Laichbürsten im mittleren Bereich des Teiches leicht schräg einzuhängen. Gut bewährt haben sich auch Bündel von gut belaubten Weidenzweigen. Auf dem Wasser schwimmend werden sie bevorzugt von den Koi zum Laichen angenommen, lieber als Laichbürsten.

Noch eine Empfehlung: Wenn man die Koi in Innenhälterungen ziemlich warm überwintert (über 17/18°) und reichlich füttert, kann es bei einigen Weibchen früh zu verstärktem Laichansatz kommen. Bei später noch nicht geeigneten Bedingungen (Außenteich noch abgedeckt bzw. zu kalt) besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere ablaichen wollen aber nicht so recht dazu kommen.
In den meisten Fällen werden die Tiere damit fertig und laichen später noch ab. In einigen Fällen kann der übermäßige Laichansatz aber auch zu Problemen führen, die Tiere stark belasten.
Es macht daher Sinn, Koi bei warmer Überwinterung nicht zu stark und nicht zu eiweißreich zu füttern und die Temperaturen auf einem mäßigen Niveau zu halten.

Sofern die Koi nicht zum Ablaichen kommen - sie laichen nicht ubedingt jedes Jahr - wird der Laich in der Regel nach und nach resorbiert. Der im Volksmund häufig benutzte Ausdruck Laichverhärtung trifft fast nie zu, besser ist Laichverhaltung. Während der Resorptionsphase sind gerade große, schnell gewachsene Tiere manchmal in Gefahr. Bei starker Fütterung mit sehr hochenergetischen und eiweißreichen Futtersorten kann es zu Kreislaufproblemen und plötzlichen Ausfällen kommen. Ohne jede vorher erkennbaren Anzeichen.

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